Haarcenter Professor Trüeb (Haarausfall)

Der Zustand der Haare löst starke Emotionen aus. Zu wenig Kopfhaare oder zu viel Gesichts- bzw. Körperhaare können Betroffene psychisch stark belasten. Ihre Behandlung gehört in die Hände des darauf spezialisierten Arztes, denn Haarverlust oder übermässige Behaarung können auch Hinweis auf eine zugrunde liegende allgemeinmedizinische Störung sein oder Folge spezifisch dermatologischer Kopfhauterkrankungen, die mitunter zum bleibenden narbigen Haarverlust führen. Am häufigsten haben wir es zu tun mit dem Anlage-bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie), der drei Viertel aller Männer und einen Drittel aller Frauen sichtbar betrifft und zum altersabhängig fortschreitenden Haarverlust führt. Nicht selten, auch bei Kindern und Jugendlichen, ist der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) anzutreffen, der mitunter zum raschen Verlust aller Haare führen kann (Alopecia totalis).

Vor der Behandlung steht eine systematische Ursachenabklärung. An diagnostischen Hilfsmitteln kommen neben der klinischen Untersuchung der Haare, Kopfhaut und übrigen Haut, die Lupenuntersuchung, Auflichtmikroskopie (inkl. Digitalaufnahmen), das Trichogramm (Haarwurzeluntersuchung), die Kopfhautbiopsie, mikrobiologische und Blutuntersuchungen zum Einsatz. Zur Therapie stehen Medikamente zum Einnehmen oder zum Auftragen zur Verfügung, die klinisch erprobt sind. Ihre richtige Wahl hängt von der Ursache und der Ausprägung des Haarausfalls ab sowie vom Geschlecht und vom Alter. Zur Verlaufs- und Erfolgsdokumentation eignen sich standardisierte digitale Übersichtsaufnahmen, die nach 3, 6, 12 und 24 Monaten angefertigt werden, sowie je nach Fall ergänzend die Auflichtmikroskopie

Aufnahmen (Mann) vor Therapie und nach 6 Monaten Aus: Trüeb RM et al. Schweiz Rundsch Med Praxis 90:2087-2093 (2001)

Aufnahmen (Frau) vor Therapie und nach 6 Monaten. Aus: Trüeb RM. J Dtsch Dermatol Ges 8:284-97 (2010)

Gesund erscheinendes Haar ist auch eine Frage der Haarpflege. Das Angebot der Pflegeprodukte ist heute enorm und für die Konsumenten oft verwirrend. Die wechselseitige Beziehung zwischen Kosmetik und Medizin spiegelt sich in der Shampootechnologie. Sie ermöglicht Anwendungen, die nicht nur Vorteil nicht-medizinischer Haarwaschmittel bieten, sondern auch zur Behandlung spezifisch dermatologischer Probleme der Kopfhaut geeignet sind. Dass trotz des Angebotes an High-Tech Produkten viele Konsumenten mit ihren Haarpflegeprodukten unzufrieden sind, liegt daran, dass sie oft nicht die geeigneten Produkte anwenden. Im Haarcenter wird deshalb neben den rein medizinischen Massnahmen auch auf eine Beratung über die pflegende, verschönernde und gesund erhaltende Haarkosmetik Wert gelegt.